Seit 80 Jahren erforschen wir
die Region.
Auf dem Gebiet des heutigen Kreises Minden-Lübbecke finden sich erste menschliche Spuren mit nomadischen Jägern in der Altsteinzeit. Mit Beginn derJungsteinzeit um 4000 v. Chr. wurden die fruchtbaren Lössböden durch die Trichterbecherkultur besiedelt. In der Bronze- und Eisenzeit verdichteten sich die Strukturen. Spätestens seit der Völkerwanderung um 400 n. Chr. war die Region Teil des sächsischen Siedlungs- und Herrschaftsraums.
vom Mittelalter bis zur Renaissance
Um 800 n. Chr. entstand im Zuge der allmählichen Christianisierung der Region das Bistum Minden. Dies markiert den Aufstieg Mindens zum geistlichen und wirtschaftlichen Zentrum der Region und zum Mitglied der Hanse. Lübbecke erhielt im 13. Jahrhundert Stadtrechte. Im Verlauf des Mittelalters erlangten in der Nachbarschaft des Bistums weltliche Herrscher Einfluss. Zu nennen sind beispielsweise die Grafen von Ravensberg mit ihrer Burg Limberg im Westen des heutigen Kreises Minden-Lübbecke. Durch den Kreis verlief also einst eine Landes- oder Territorialgrenze, an der mitunter erbittert gekämpft wurde.
Die Reformation ließ auch das Minden-Lübbecker Land nicht unberührt. Während die Stadt Minden schon 1529 eine evangelische Kirchenordnung erließ, dauerte der Bekenntniswandel in den ländlichen Gemeinden teils sehr lange. Während des Dreißigjährigen Krieges stand das Gebiet von 1634 bis 1650 unter schwedischer Herrschaft, bevor es zur Herrschaft der Kurfürsten von Brandenburg, den späteren preußischen Königen, kam. In dieser Zeit entwickelte sich Minden zu einer wichtigen Garnisons- und Festungsstadt. Besondere Bekanntheit erlangte die Region als Schauplatz während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763). Bei Todtenhausen fand hier am 1. August 1759 die „Schlacht bei Minden“ statt.
Eine Zäsur bildete die napoleonische Ära: Als Teil des Königreichs Westphalen und später des französischen Oberems-Departements hielten moderne Rechts- und Verwaltungsstrukturen Einzug. 1815 fiel die Region nach dem Wiener Kongress wieder an Preußen zurück.
Traditionell spielte die Leinenverarbeitung wirtschaftlich eine große Bedeutung in der Region. Die aufkommende Industrialisierung führte zum Niedergang dieses Gewerbes. Viele Menschen verloren ihre Arbeit. Not und Elend führten zu Auswanderungswellen. Erst mit dem Bau der Köln-Mindener Eisenbahn ab der Mitte des 19. Jahrhunderts und dem Aufkommen der Zigarrenindustrie verbesserte sich die wirtschaftliche Lage merklich und es kam zu einem Aufschwung. Die Zugehörigkeit zum preußischen Staat und später zum Deutschen Reich ist bis heute symbolisch im Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica sichtbar.
Minden-Lübbecke im 20. Jahrhundert
Der Erste Weltkrieg und die politische Instabilität der Weimarer Republik führten in der Region zum Aufstieg des Nationalsozialismus.
Die NS-Zeit bedeutete auch für den Raum Minden-Lübbecke Gleichschaltung, Verfolgung, Zwangsarbeit sowie Ausgrenzung und Ermordung von Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Die jüdische Bevölkerung wurde durch systematische Entrechtung, Vertreibung und Deportation in Vernichtungslager fast vollständig ausgelöscht.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte die Region zur britischen Besatzungszone und ab 1946 zum neu gegründeten Land Nordrhein-Westfalen. Viele Vertriebene und Kriegsflüchtlinge fanden im Minden-Lübbecker Land eine neue Heimat. Insbesondere die Entstehung der „Flüchtlingsstadt“ Espelkamp steht für die Migrationsbewegungen, die in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden haben. Im Zuge der kommunalen Neuordnung wurden 1973 der Kreis Minden und der Kreis Lübbecke zum heutigen Kreis Minden-Lübbecke zusammengelegt.
In der Gegenwart präsentiert sich der Kreis als wirtschaftlich robuster Standort mit international führenden Unternehmen, einem vielfältigen touristischen Angebot und starkem, ehrenamtlichen Engagement.
Bereits im 19. Jahrhundert erkundeten private Heimatforscher eigenständig ihre Umgebung und führten erste Ausgrabungen durch, die sie dokumentierten. Der Mindener Geschichtsverein wurde 1922 gegründet, 1923 der Heimatverein Lübbecke.
1934 wurden erstmals Kreisheimatpfleger in beratender Funktion in Westfalen eingeführt, um ideologisch Einfluss nehmen zu können und die Heimatforschung für die Propaganda des Regimes zu instrumentalisieren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Heimatpflege unter demokratischen Vorzeichen neu geordnet. Seit 1947 beraten die Kreisheimatpfleger die demokratischen Kreisverwaltungen in regional-kulturellen Fragen.
Das 1978 unter anderem durch Wilhelm Brepohl initiierte Mühlenprogramm leistete einen entscheidenden Beitrag zur inneren Einheit des neuen Kreises, indem es mit der „Westfälischen Mühlenstraße“ ein verbindendes Identitätsmerkmal schuf. Aus den lokalen Mühlenvereinen gingen oft die ersten Ortsheimatpfleger hervor, die heute das gesamte Spektrum der Heimat- und Kulturpflege abdecken. 11 Stadt- und Gemeindeheimatpfleger beraten ihre Kommunen in kulturellen Fragen. Der Kreis Minden-Lübbecke ist heute mit über 130 aktiven Heimatpflegern eine der stärksten Heimatpflege-Regionen in Nordrhein-Westfalen.
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